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Gedanken zur aktuellen Situation

Gottes Wort in Zeiten der Krise

Was soll ich den Menschen sagen, wer mich schickt? Fragt Mose an die Stimme aus dem brennenden Dornbusch am Berg Sinai gewandt. Als Antwort bekommt er einen Namen. Eine Antwort, die gleichzeitig ein besonderer Zuspruch und Anspruch ist. Der Gott Abrahams und Isaakas und Jakobs stellt sich selbst vor. Mit dem Namen, der übersetzt: „Ich bin da“ bedeutet, begibt Gott sich in eine ganz spezielle Beziehung mit Mose. Mit dem Auftrag diesen Namen weiter zu geben, tritt er mit jedem, der den Namen hört in diese besondere Beziehung. Mit seinem Namen zeigt der eine Gott ein Stück von sich selbst und gibt uns die Möglichkeit mit Ihm in Kontakt zu treten, ihn anzurufen. Er wird von einem fernen Gott der Vergangenheit und der Geschichte mit den Vorfahren zu einem Gegenüber in persönlicher Beziehung.

Beim ersten Hören ein sperriger Name. In Zeiten wie diesen, in denen körperliche persönliche Kontakte auf das Notwendigste zurückgefahren werden sollen, in denen die Fragen der persönlichen Zukunft in Gesundheit, Familie, in der Existenz in Arbeit und Betrieb so offen wie lange nicht mehr waren, entfaltet dieser sperrige Name seinen ganzen Zuspruch. „Ich bin da“ – trotz Krise, trotz Ungewissheit und vielleicht sogar besonders sichtbar darin. Auf jeden Fall besonders notwendig in diesen Tagen. Schon lange gab es keine so einschneidenden Geschehnisse wie in den letzten Tagen und Wochen. Gerade jetzt ist es um so wichtiger nicht aus den Augen zu verlieren, dass wir damit keineswegs allein dastehen. Gott ist da.

Der Zuspruch, den Gott uns ganz grundlegend mit seinem Namen macht: „Ich bin da“, der wird am brennenden Dornenbusch, wie heute auch als Anspruch laut. Mose wird gesandt diesen Namen vorauszutragen. In zu seinem Volk, hinein in die Krise der Menschen damals zu bringen. Mit dieser Geschichte klingt der Name Gottes bis heute. Uns ist dieser Name mitgegeben als Gewissheit, das Gott da ist für uns, inmitten dieser umwälzenden Zeit. Als Kraftquelle, die wir darin entdecken dürfen, nicht allein zu sein. Wie bei Mose soll und darf uns das stärken für den Weg und die Aufgaben, die vor uns liegen. Ebenso wie bei Mose sind auch wir aufgefordert den Namen nicht nur für aus als Gewissheit und Kraftquelle zu tragen, sondern ihn auch weiter zu geben, ihn zu leben. Gottes mit uns sein verwirklicht sich auf eine besondere Weise in unserem für einander da sein. Es wird erlebbar, was Gott verspricht, wenn wir uns gegenseitig beistehen.

In diesen Tagen kann das ganz grundsätzliche Hilfe bei der Versorgung jener sein, die Kontakte meiden sollen. Oder aber der telefonische Kontakt mit anderen. Füreinander da sein kann viele Formen haben. Aber egal, wie es sich gestaltet, es hat seinen Ursprung in der Erfahrung, dass da einer ist, der für uns da ist. Es sammelt daraus Kraft und Zuversicht und hebt den Blick hoffnungsvoll für die Zukunft.

Gottes „Ich bin da“ ist mächtig. Gestern, heute und morgen.      

 

Bleiben Sie behüte.

Pfr. Daniel Schmidt

Letzte Änderung am: 20.03.2020