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ANgeDACHT

 

Und dann kommt der Widerspruch: Aber…!

 

Manchmal kann man es richtig fühlen, das „aber“, das als nächstes kommt. „Sie bringen alle erforderlichen Voraussetzungen mit und ihr Lebenslauf ist eigentlich sehr schön. Aber …!“. „Ich freue mich, dass du an mich gedacht hast. Das wird sicher richtig toll und ich wäre gern dabei, aber…!“ Manchmal erwartet man es, erhofft, dass da noch ein „aber“ folgt. „Das liegt ganz klar auf der Hand und da gibt es nichts dran zu rütteln. Die Konsequenzen, die sie tragen müssen, sind klar. Aber…!“. „Ich kann da nichts für sie tun. Das liegt nicht mehr in meinem Zuständigkeitsbereich. Aber…!“ Widerspruch ist immer etwas Spezielles, ob man damit rechnet oder nicht. Ob man es versteht und erwartet, oder es einen ganz überraschend trifft. Widerspruch fordert heraus. Er geht nicht einfach an einem vorbei, mit einem „aber“ muss man umgehen.

 

In diesen Tagen sieht man die Natur ersterben, die Blätter fallen, die Pflanzen ziehen sich zurück. Es ist die Zeit, in der wir die Friedhöfe vorbereiten für den Ewigkeitssonntag und das Totengedächtnis. Es ist die Zeit des Nachdenkens über Tod und Sterblichkeit. Da scheint aus unserer Perspektive erst mal alles eindeutig. Der Tod beendet das Leben. Es geht nicht weiter und Leben ist damit an seine Grenze gekommen. Darüber hinaus ist nichts zu sehen und eindeutige Berichte darüber hinaus gibt es nicht. Das ist doch eindeutig klar. Und doch kommt der Widerspruch: Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
(Hiob 19,25) hinein in die endgültige Gewissheit, die der Tod uns zu zeigen scheint, spricht Hiob seinen vertrauensvollen Widerspruch: „Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ Auch wenn alles objektiv dagegen zu sprechen scheint, erhoffen wir insgeheim, dass es diesen Widerspruch gibt. Wir warten sehnsüchtig auf ein „aber“, wenn wir an den Gräbern dieser Welt stehen. Hiob spricht es für uns. Er lädt uns ein mit seinem „aber“ hoffnungsvoll dieses endliche Leben zu begreifen und zu gestalten. Der Tod führt es an die irdische Grenze. Hier geht es nicht weiter und wir können nichts dagegen tun. ABER …

 

Ihr Pfarrer Daniel Schmidt

 

 

 

Letzte Änderung am: 28.10.2019