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ANgeDACHT

Am 4. April dieses Jahr jährt sich die Ermordung des Pastors, Menschen-und Bürgerrechtlers und Friedensnobelpreisträgers Martin Luther King zum Fünfzigsten Mal. Ein besonderer Tag des Gedächtnisses auch für uns. Eines seiner wohl größten Vermächtnisse hat er in einer besonderen Rede vor 250.000 Menschen am 28. August 1963 in Washington D.C. mit den Worten begonnen: „Ich habe einen Traum!“. In dieser Rede entfaltet er die Wahrheit, dass alle Menschen gleich sind und im Einvernehmen miteinander Leben können und sollen. Fast hätte er diese Rede so gar nicht gehalten. Die Aussage „Ich habe einen Traum“ hatte er schon in anderen Reden verwandt und sie für diesen Tag gar nicht auf seinem Manuskript zu stehen. Erst nach mehrmaligem Aufforderungen der Gospelsängerin Mahalia Jackson, die in seiner Nähe stand und ihm wiederholt zurief: „Erzähl ihnen von deinem Traum, Martin!“, löste King sich von seinem Manuskript und hielt frei die Rede, deren Anfang heut fast jeder kennt: „I have a dream. – Ich habe einen Traum.“

In kaum zu übertreffender Weise zeichnet Martin Luther King ein Friedensbild, das darauf beruht, dass alle Menschen gleiche Rechte und Würde besitzen, dass Rassentrennung und Rassenideologie gefährlich und vor allem falsch sind. Dass Vergebung und gemeinsames Gestalten der Zukunft der Weg zu Freiheit und Frieden für alle sind. Bis heute ruft uns diese Rede das Vermächtnis Kings zu: Alle Menschen sind gleich – egal welche Hautfarbe, welche Herkunft und welche Religion sie haben.

Die Gleichheit aller Menschen scheint in vielen Regionen unserer Welt immer noch Zukunftsvision zu sein. Selbst hier bei uns - wo das Grundgesetz dies für alle Menschen unverbrüchlich festhält – ist eine wirkliche Umsetzung dieser Grundwahrheit durch ganz unterschiedliche Situationen immer wieder in Gefahr. Es kommt noch immer vor, dass Menschen mit unterschiedlichem Maß gemessen und behandelt werden.

So bleibt wohl als einziger „großer Gleichmacher“ der Tod. In ihm gibt es kein Unterscheiden der Person, des Ansehens, Glaubens oder Herkunft. Er steht am Ende eines jeden irdischen Lebens und stellt uns damit alle nebeneinander auf eine Stufe und viele begreifen es erst dann.

So wie wir alle gleichermaßen ohne Unterschied vor dem Tod stehen, so stehen wir aber mit dem Osterfest alle gemeinsam vor der Auferstehung, egal wo wir herkommen, wie wir aussehen, was wir denken, ja sogar egal ob wir es glauben, oder nicht. Der Tod zeigt uns, dass wir alle gleich sind – die Auferstehung zeigt uns das wir dem einen Gott, unserem Schöpfer, auch alle gleich wichtig sind. Denn an Ostern dürfen wir wieder aufs Neue entdecken, der Tod ist für uns alle überwunden und führt einen jeden letztlich vor Gott.

Der 4. April in seiner Verbindung mit Martin Luther King darf uns auf zweifache Weise Erinnerung an die Gleichheit aller Menschen sein. Zum einen mit den Worten: „I have a dream. – Ich habe einen Traum.“ zum anderen mit dem Gedenken an Kings Tod, der uns im Osterfest mit der Auferstehung verbindet, in die unser Gott einen jeden hinein nimmt.

 

Gesegnete Ostertage

Ihr Pfr. Daniel Schmidt         

Letzte Änderung am: 18.03.2018