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AngeDACHT

„Der Ton macht die Musik.“ Seit frühesten Kindertagen habe ich diese Redewendung im Ohr. Meine Mutter pflegte dann immer konkreter dazu zu sagen: „Du kannst alles sagen, wenn du es in einem vernünftigen Ton machst.“ Oft kam dieser Ratschlag, wenn ich als Kind laut und wütend wurde, weil mir etwas nicht gepasst hat. Meine Kritik oder meine Wünsche an sich wurden nicht bemängelt, einzig die Art wie sie vorgetragen wurden. Bei uns zuhause waren Kritik, Wünsche und Anregungen immer gern gesehen. Im Älterwerden lernte ich, dass man mit einem ruhigen Ton über vieles reden kann. Dass hingegen in Rage geredetes Laut-Werden sofort dazu führt, dass das Gespräch inhaltlich nicht weiterführt. Rückblickend begreife ich heute welch großer Schatz es war, mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg halten zu müssen. Heute profitiere ich oft davon,  meine Anliegen in vernünftigem Ton vorbringen zu können. „Man kann und muss über alles reden, aber nicht schreien.“ Ist heute eine meiner Lebensmaxime.

Diese Ratschläge gehen mir durch den Kopf, wenn ich Sätze höre, wie: „Mit dem kann man nicht reden“, oder „da wollen wir mal nicht von reden.“ Wenn es heißt bestimmte Dinge lieber totzuschweigen, als sie zu besprechen. Ich finde solche Einstellungen schade. Denn sie vergeben sich Chancen auf Verbesserungen.

Für diesen Monat viel mir dieses Thema besonders ins Auge, denn die Monatslosung stößt uns als Ermahnung darauf:

 

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.  Kolosser 4,6

 

„Was gesagt werden muss, soll auch gesagt sein. Der Ton macht halt die Musik.“ So, vermute ich, klänge dieser Rat aus dem Neuen Testament, wenn ihn meine Mutter mir als Kind gesagt hätte. In den Jahren seit meiner Kindheit bin ich damit immer gut gefahren. Man kann und soll über alles reden, denn nur so verstehen wir einander und nur so köcheln wir keinen faden Brei, sondern schaffen etwas mit Biss und Würze an dem wir alle Freude haben.

 

Ihr Pfr. Daniel Schmidt